Heilen

Superfood No. 4: Die Hagebutte – der Immun-Booster

Oder: „Die Zitrone des Nordens“

Jeder kennt sie – die Hagebutte, wie sie im Herbst in sämtlichen rötlichen Farbschattierungen aus den Büschen hervorleuchtet – nicht zuletzt auch wegen ihren Kernen, die wir als Kind gerne als Juckpulver verwendet haben. Doch kulinarisch wirklich zum Einsatz kommt sie eher selten. Das sollte geändert werden, meine ich.

Warum? Das liegt auf der Hand.

Die Hagebutte oder Hundsrose (bot. Rosa Canina) zählt zu den Vitamin-C reichsten Pflanzen, die wir in unserer Gegend finden können (ausgenommen von Sanddorn und der Acerola Kirsche) – und das beste: jeder kann sie einfach kostenlos draußen sammeln. Es müssen also nicht unbedingt Orangen und Zitronen sein, die oft einen längeren Transportweg hinter sich haben (obwohl ich zugeben muss, dass ich Zitrusfrüchte auch sehr liebe!). Um den täglichen Vitamin C Bedarf zu decken reichen bereits 8g. 

Der Vitamin-C Gehalt der Hagebutte kann je nach Frucht/Standort von 400 bis 1500mg pro 100g (eine Zitrone kommt auf ca. 50mg/100g und kann hier eigentlich gar nicht mithalten).

Neben dem Vitamin C enthält die Hagebutte Fruchtsäuren, Vitamin A, B1, B2, K, P, Mineralstoffe, Pektine, Zucker, Gerbstoffe, ätherisches Öl und Flavonoide. 

Die Hagebutte soll außerdem stoffwechselfördernd, schweiß- und harntreibend, schwach abführend und entzündungshemmend wirken. Hagebutten sollen auch einen heilsamen Effekt bei Patienten mit Gicht haben.

Gegessen werden können im Prinzip alle Hagebutten von den unterschiedlichsten Wildrosensorten (natürlich sollte die Rose komplett unbehandelt und gesund sein!). Wenn die Rose abblüht, bilden sich die Samen. Da es sich bei den Hagebutten eigentlich um Scheinfrüchte handelt, sind die tatsächlichen Früchte die Kerne innerhalb der roten Schalen. 

Die Blüten und Früchte der wilden Rosen sind gute Mittel für Leber und Nieren, beides ist essbar. Hagebutten-Tee gilt als besonders wasser- und schweißtreibendes Mittel, das bei Nierensteinen, verdorbenem Magen, zur Blutreinigung und bei zu starker Regel genommen werden kann. Bei Fieber wirkt Hagebuttentee besonders durststillend. Übrigens: Normalerweise nimmt der Vitamingehalt bei Tees innerhalb kurzer Zeit ab – nicht so beim Hagebuttentee – dieser bleibt länger erhalten und kann daher auch auf Vorrat hergestellt werden. 

Äußerlich sind Rosen- und Hagebuttentee-Umschläge perfekt für gereizte Haut – als Gesichtswasser können sie den Teint beleben. 

Und ja, man kann Hagebutten grundsätzlich auch roh essen, einfach die Kerne von der Schale lösen und schwupps, rein in den Mund!

Tipp: 

Die Kerne nicht wegscheißen – aus ihnen kann man ebenfalls einen wunderbaren Kernlestee herstellen. Aufgrund des enthaltenen Vanillin schmeckt dieser sogar etwas vanillig! Dazu die Kerne einfach 5-10 Minuten in Wasser kochen – wirkt wassertreibend und steinlösend! Und: Aus den getrockneten geriebenen Kernen kann man auch Kaffee-Ersatz herstellen.

Alright, dann schauen wir mal was das lokale Superfood Hagebutte aus kulinarischer Sicht zu bieten hat. 

Hier kommt mein Rezept für das heilsame OXYMEL.

Und das brauchst du dafür:

  • 3 Teile hochwertigen Honig
  • 1 Teil guter Essig
  • ca 1-2 Teile Hagebutten, fein geschnitten

So geht’s:

Hagebutten waschen, alle Zutaten miteinander vermengen und ca. 3-4 Wochen stehen lassen und danach abseihen. 

Anwendung: Entweder löffelweise pur oder 1 EL pur in einem Glas Wasser verdünnt genießen. Oder auch einfach als Salatmarinade oder für Saucen verwenden! Mmmmh. soo good!

HAGEBUTTEN-PULVER

So geht’s:

Einfach die Hagebutten von den Kernen befreien, die Schalen gut trocken lassen und im Anschluß im Mixer weiter zu Pulver vermahlen. 

Oder die ganzen Hagebutten mitsamt Kernen trocknen und alles gemeinsam im Hochleistungsmixer pürieren. Schmeckt toll im Müsli, Porridge, im Smoothie oder über Suppen gestreut. Auch zum Backen eignet sich das heimische Superfood-Pulver.

Also ran an die guten Butten und viel Spaß beim Nachmachen!

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