Nähren

Falsche-Kapern – Der Frühling im Glas!

Ich liebe es ja, die Geschmäcker der Saisonen einzufangen, sodass man noch länger was davon hat – und das klappt hier auch spitze mit den Löwenzahnknospen. Wie das geht? Das verrate ich euch ein Stückchen weiter unten. So viel vorab – es ist super easy und es spricht sehr viel dafür, das mal auszuprobieren!

Zuvor aber noch ein paar Worte zum Löwenzahn (Taraxacum officinale) selbst. Die ganze Pflanze ist essbar. Unerklärlicherweise hat sich der Mythos gehalten, dass der Milchsaft in den Stängeln giftig sein soll – dem ist jedoch nicht so. Die ganze Pflanze kann von der Knospe bis zur Wurzel genossen werden. Und das sollten wir auch öfter tun, denn der Löwenzahn (oder besser gesagt eine Löwenzahnkur) bringt im Frühling den ganzen Organismus in Schwung. So werden alle Ablagerungen, die sich durch das schwer verdauliche Winteressen gebildet haben, aus dem Körper gespült. So eine Löwenzahnkur ist ein Verjüngungsmittel für Bindegewebe, Leber und Niere. Insgesamt ist der Löwenzahn ein mildes Mittel zur Steigerung der Gallensekretion und die ganze Pflanze – einschließlich der Wurzel – wirkt harntreibend und ist hilfreich bei Leberbeschwerden, Gicht und rheumatischen Erkrankungen. Fun Fact: Die harntreibende Wirkung durch den hohen Kaliumgehalt kommt auch gut in der französischen Bezeichnung der Pflanze zum Ausdruck: „Pissenlit“ – was so viel bedeutet wie „Bettnässer“. Auch eine Tinktur der Wurzel kann bei Galle- und Leberbeschwerden zum Einsatz kommen und ist verdauungsfördernd.

Außerdem enthält der Löwenzahn neben den Bitterstoffe, Flavonoiden, Cumarinen, Phytosterolen (cholesterinsenkende Wirkung) und Schleimstoffen in puncto Nährwert auch fünfmal so viel Eiweiß, achtmal so viel Vitamin C und doppelt so viel Kalium, Magnesium und Phosphor wie Kopfsalat. Was für eine Ladung! Und das direkt vor der Haustüre. Der Löwenzahn wächst gerne auf nährstoffreichen Böden – bei großen Vorkommen ist dies allerdings leider oft ein Indiz, dass viel gedüngt wurde. Das soll uns aber nicht daran hindern, dass wir uns seine tollen Eigenschaften zunutze machen.

Überzeugt? Ok, dann machen wir uns gleich ans Werk, um diese Kostbarkeit länger für uns haltbar zu machen. Hier kommt nun also mein Rezept für die falschen Kapern aka Löwenzahn-Antipasti.

Das braucht ihr dafür:

  • 2 handvoll Löwenzahnknospen ohne Stängel
  • 200 ml Apfelessig
  • 100 ml Wasser
  • 1 TL Salz
  • 0,5 TL brauner Zucker
  •  Chiliflocken, Wacholder- oder Koriander nach Geschmack
  • gutes Oliven- oder Sonnenblumenöl

This is how we do it:

Die gepflückten Löwenzahn-Knospen gut waschen und wieder trocken tupfen. Den Essig aufkochen lassen, die Knospen und das Salz dazugeben. Den Sud aufwallen und ca. 2 Minuten köcheln lassen. Die Knospen mit der kochend heißen Flüssigkeit in ein sauberes Schraubglas füllen und dieses fest verschließen. Je nach Belieben kann zuvor noch 1 Esslöffel Öl hinzugefügt werden. Die Knospen müssen vollständig mit dem Sud bedeckt sein. Nun müssen sie mindestens einen Monat ruhen bis sich ihr Geschmack entfaltet hat und sie verzehrbereit sind.

-> Übrigens: Dieser Sud ist auch für andere Blütenknospen wunderbar geeignet!

Also raus mit euch und deckt euch gleich mit dieser tollen Wildpflanze ein!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*