Heilen

13 Erste – Hilfe Kräuter für unterwegs

Oder: Kleines Kräuter-SOS ∼

Bestimmt kennt ihr das auch – drückende Schuhe, Mückenstiche, Schürfwunden, Verstauchungen und zu Viel Sonne auf der Haut – das alles kann einem unterwegs oder beim Wandern unterkommen und einem das Leben schwer machen.

Wie man sich hier unmittelbar am Wegesrand Linderung verschaffen kann, will ich euch in diesem Beitrag näher bringen. Und wenn ihr auch so gerne am Berg bzw. in der Natur unterwegs seid wie ich, dann kann dieses Thema durchaus praktisch für euch sein.

Es gibt nämlich einige Kräuter, die sprichwörtlich als Erste Hilfe-Kräuter zur Hand genommen werden können. Ihre entzündungshemmenden und zusammenziehenden bzw. blutstillenden Eigenschaften sind dabei die wichtigsten Faktoren warum sie hier zum Einsatz kommen können

Alright, dann sehen wir uns die einzelnen kleinen Helferchen gleich mal aus der Nähe an!

 

1) Braunelle (Prunella vulgaris)

Sie wächst in fast jedem Rasen und gilt eigentlich als eines DER Halskräuter schlechthin, da sie grundsätzlich antiviral bzw. antibiotisch wirkt. Aber sie eignet sich auch als Notfallprogramm in der freien Natur in Form eines Blattverbandes hervorragend für frische Wunden. Das liegt vor allem am hohen Gerbstoffgehalt, der dafür sorgt, dass sich die Blutgefäße zusammenziehen.

Vielleicht habt ihr sie auch schonmal am Berg entdeckt – die Chance, dass es sogar die große Braunelle (Prunella grandiflora) war ist hier relativ groß.

 

2) Spitzwegerich (Plantago lanceolata)

Der Pflanzensaft des Spitzwegerich kann zur Linderung des Juckreizes auf Bienen- oder Mückenstiche gegeben werden (und ev. mit einer Binde fixieren). Am besten längere Blätter verwenden und ein paar Blätter gemeinsam zu einem Knoten verbinden, so kann es leichter aufgetragen werden. Das desinfiziert die Wunde und beschleunigt das Abheilen. Frische Insektenstiche sollten damit gleich gar nicht zu jucken beginnen und ältere Stiche heilen schneller ab. Wenn ihr dann wieder daheim seid, könnt ihr einen starken Tee mit den frischen Spitzwegerichblättern kochen und diesen dann mittels Kompresse auf die Stelle geben. Spitzwegerich kann verrieben oder angequetscht auch bei Schnittwunden als „Wiesenpflaster“, bei Verletzungen, blauen Flecken und offenen Wunden verwendet werden. Aufgrund des hohen Aucubingehaltes wirkt der Spitzwegerich genauso wie der Breitwegerich antibiotisch.

3) Breitwegerich (Plantago major)

Breitwegerich kann als Blasenpflaster direkt auf die betroffene Stelle aufgelegt werden, dann einfach Socken/Schuhe wieder darüber anziehen und weiter wandern. Die Schmerzen werden gelindert, die Rötung verblasst und die Blasen – falls sich schon welche gebildet haben – heilen schneller ab.

 

 

4) Quendel / Wilder Thymian (Thymus pulegioides)

Angequetschtes, frisches Kraut oder ein Umschlag aus starkem Absud kann bei frischen Wunden, blutunterlaufenen Stellen, Warzen und Geschwüren helfen. Das enthaltene Thymol wirkt antiseptisch. Der alkoholische Auszug kann auch als Einreibung bei Verstauchungen und Quetschungen angewendet werden.

 

 

5) Hirtentäschel (Capsella bursa-pastoris)

Hier haben Tee und Tinktur eine tolle blutstillende Wirkung – zur Not kann man aber auch das frische zerquetschte Kraut auf blutende Wunden geben. Warum also nicht einfach eine proforma-Hirtentäschel-Tinktur dabei haben?

 

 

  

6) Schafgarbe (Achillea millefolium)

Auch die Blätter der Schafgarbe können zwischen den Handflächen zerquetscht werden und der austretende Saft dann auf die betroffene Stelle aufgebracht werden. Dadurch wird die Blutung gestoppt, die Wunde desinfiziert und schnellere Heilung in Gang gesetzt. Die Schafgarbe besitzt ein breites Wirkungsspektrum: Sie gilt als entzündungshemmend, antiseptisch, krampflösend und noch so manches mehr!

 

 

7) Beifuß (Artemisia vulgaris)

Zur Behandlung von Wunden zerstößt man Beifußblätter, drückt den Saft heraus und benetzt damit die Wunde. Man kann diesen Saft auch teelöffelweise trinken. Beifuß kann aber auch bei müden Beinen helfen – dazu einfach einige Blätter in die Schuhe legen. Plus: wenn man Beifußblätter zwischen den Fingern zerreibt und den Duft einatmet, erlangt man neue Kräfte und Insekten werden vertrieben.

 

 

8) Gänsefingerkraut (Potentilla anserina)

Es ist eines der bekanntesten krampflösenden Kräuter! Wenn ihr also unterwegs einen Waden-Krampf habt, haltet gleich nach dem Gänsefingerkraut Ausschau. Es wächst gerne an grasbewachsenen Plätzen, begangenen Wegen bzw. –rändern. Das Prinzip ist wieder gleich: einfach Blätter zerreiben und auf die krampfende Stelle halten/binden. Auch der Tee oder eine Tinktur aus dem Gänsefingerkraut kann innerlich bei Krämpfen helfen, denn es hilft dabei, die Muskeln zu entspannen bzw. reinigt es das Blut und macht es flüssiger (somit auch bei Krampfadern zu empfehlen).

 

 

9) Beinwell (Symphytum officinale)

Falls ihr euch den Fuß sogar verstaucht habt, kann Beinwell tolle Dienste leisten. Einfach ein Blatt davon um den schmerzenden Knöchel wickeln und die Socken wieder darüber anziehen.

 

 

10) Huflattich (Tussilago farfara)

Falls euch die Sonne etwas zu viel geküsst hat –  und das kann man gerade am Berg auch oft unterschätzen – sucht euch einfach ein Huflattich-Blatt. Früher wurde es auch „Hitzeblatt“ genannt, da es die Haut kühlt und die Rötung lindert.

Übrigens: auch der Große Ampfer oder auch Alpenampfer genannt, der häufig auf Almen zu finden ist, wirkt kühlend. Früher wurde nämlich auf Almen die Butter damit eingewickelt.

 

 

11) Gänseblümchen (Bellis perennis)

Das allseits bekannte Gänseblümchen findet man in fast jedem Rasen, aber auch oft bis hoch hinauf zu den Almen. Es hilft bei Prellungen, Verstauchungen und Muskelschmerzen. Um sich unterwegs der schmerzstillenden und wundheilenden Wirkung zu bedienen, pflückt man einige Blütenköpfe und reibt sie zwischen den Fingern, bis sie leicht brei-artig sind. Dann auf die Prellung auflegen. Und als schneller Snack zwischendurch hat es auch noch keinem geschadet. 😉

 

 

12) Hauswurz (Sempervivum tectorum)

Die bei uns heimische Hauswurz hat bereits lange Geschichte in unseren Breiten. Sie wirkt ähnlich wie Aloe Vera und ist somit auch kühlend, brand- und schmerzstillend, entzündungshemmend, wundheilend, krampflösend, etc. Sie kann ebenfalls frisch auf betroffene Stellen gegeben werden, dazu einfach eine Seite des fleischigen Blattes öffnen und die feuchte Seite auflegen.

 

 

13) Wundklee

Als Blutstiller macht er seinem Namen alle Ehre. Aber auch weil er die „Wunden“ der Landschaft schnell schließt ,wenn zB. wenn einzelne Landstriche nach einem Lawinenabgang verwüstet sind oder wenn regelrechte Gruben und Krater in die Erde geschürft werden, dann siedelt er sich rasch an und festigt den Boden damit. Bevorzugt wächst er aber auf kalkhaltigen Böden und an sonnigen Hängen. Als Erste-Hilfe Maßnahme zerquetscht man das Kraut und legt den Kräuterbrei auf Quetschungen, Schürf- oder Schnittwunden. Vor allem die enthaltenen Gerbstoffe kommen hier zum Tragen.

 

Tipp für Wanderer:

So, und nachdem nach der Wanderung ja bekanntlich vor der Wanderung ist: Trinkt am Besten Kamillentee, denn er schleust wertvolles Magnesium in unseren Körper!

Ich wünsch euch viel Spaß auf euren Ausflügen, viel Freude an der tollen Natur, die uns umgibt und noch weiterhin eine schöne und hoffentlich verletzungsfreie Wandersaison!

*Natürlich gelten diese Ratschläge nur als unterstützende Empfehlungen, bei ernsthaften Verletzungen muss auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden!

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